Wortlaut der Freitagspredigt vom 10.02.2017 (Bruder Adnan Nakdali)

Liebe Geschwister,

Ist es denn nicht so, dass wir alle nach Freunde verlangen, die Glücksgefühle jagen?

Arm, reich, Gelehrter oder Student, alle sind sie auf der Suche.

Das Bedürfnis nach Glück ist in jedem von uns verwurzelt. Es ist kaum vorstellbar, dass wir jemanden finden der sich nach Unglück sehnt.

Die Herausforderung liegt jedoch im Verständnis von Glück und Freude und der Suche danach. Jemand der nach Perlen in der Wüste sucht, der wird lange suchen und das Ziel bleibt ungewiss. So ist es auch mit der Freude.

Wenn man nach ihr sucht an Orten, an denen sie nicht zu finden ist, wird man weiter nach Erfüllung dürsten.

Wenn wir über die Glück sprechen, dann meinen wir die wahre Freude.

Diese findet sich nicht in Reichtum oder in Macht, noch stillen Wissen und Nachkommen den Durst.- Natürlich muss man sich eingestehen, dass Reichtum uns Menschen erfreut und ihn zu einem gewissen Teil befriedigt. Selbst der Gesandte Allahs hat dies erwähnt, jedoch hat er uns auf die Vergänglichkeit dieser Freuden hingewiesen.

So ist der Durst des Menschen nach Glück kurz gestillt, doch er wird wiederkehren.

Das Glück, das wir meinen, ist das wahre Glück, das nur durch die Verbindung zu Allah entsteht. Je stärker diese Bindung ist, desto stärker ist das Glückgefühl im Inneren eines Menschen. Die dabei wichtigste Art, der Bindung zu Allah, ist das Gebet. So hat der Gesandte Allahs (saws) Freude und Ruhe durch das Gebet verspürt und dies auch mehrmals zum Ausdruck gebracht:

„Beruhige uns mit ihm (dem Gebet) oh Bilal…“

„Das Gebet ist rein…“

„Das Gebet ist ein Licht…“

In dem wahren Glauben entspringen die Flüsse des Glückes. Eines dieser Flüsse ist der innere Seelenfrieden (Sakina). So spricht unser Herr in Sure Alfath:

((Er ist es, der die innere Ruhe in die Herzen der Gläubigen herabgesandt hat, damit sie in ihrem Glauben noch an Glauben zunehmen. Und Allah gehören die Heerscharen der Himmel und der Erde. Und Allah ist Allwissend und Allweise.))

Und an einer anderen Stelle in der gleichen Sure sagt Er:

((Allah hatte ja Wohlgefallen an den Gläubigen, als sie dir unter dem Baum den Treueid leisteten. Er wusste, was in ihren Herzen war, und da sandte Er die innere Ruhe auf sie herab und belohnte sie mit einem nahen Sieg))

Welch großartiger Lohn erwartet die Aufrichtigen, die Gläubigen.

Allah hat in ihren Herzen den Glauben und die Aufrichtigkeit erkannt und sie daher mit der inneren Ruhe belohnt. Ohne Glauben gibt es keine innere Ruhe. Allah gewährt vielen Menschen Gesundheit, Intelligenz, Vermögen, Schönheit. Aber die innere Ruhe, diese schenkt Er nur den Gläubigen.

Jeder Mensch hat die Möglichkeit auf diese innere Ruhe, diesen Seelenfrieden.

Doch was tun wir dafür? Ist unser Glauben denn wirklich rein? Aufrichtig? Von tief verwurzelter Überzeugung? Oder ist er verschmutzt durch unseren Zweifel, unsere stetigen Heucheleien? Haben wir denn diese Ruhe verdient?

Die Menschen, welche gefangen sind in Angst und Furcht und das Gefühl haben nutzlos und verloren zu sein, das sind die Menschen, welche die Wärme des Glaubens nicht mehr spühren. Allah sagt in Sure Taha:

((Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln. (124) Er wird sagen: “Mein Herr, warum hast Du mich blind (zu den anderen) versammelt, wo ich doch sehen konnte?” (125) Er sagt: “So sind auch zu dir Unsere Zeichen gekommen, und doch hast du sie vergessen. Ebenso wirst du heute vergessen.”(126)))

Möge Allah uns zu denjenigen gehören lassen, dessen Leben nicht beengt ist.

Auf der anderen Seite, derjenige der dieser Ermahnung folgt, der wird ein angenehmes Leben führen und die innere Ruhe erlangen können.

Wenn der Mensch glaubt und sein Glaube so stark wird, dass alle Zweifel aus dem Herzen weichen, so ist er zu seinem Ursprung zurückgekehrt. Zu seiner Fitra, der natürlichen Veranlagung. So wie der Gesandte Allahs (saws) gesagt hat:

„Jedes Kind wird mit der Fitra geboren, (…)“

Und das ist der Grund, warum die innere Ruhe den Menschen erfreut. Denn der Gläubige, der zu seinem Ursprung zurückgekehrt ist, lebt mit seinem Inneren in Frieden. Während der Ungläubige sich in einem Konflikt mit seinem Inneren befindet.

Welch‘ großer Verlust ist es, wenn der Mensch nicht die Nähe Allahs verspürt? Wenn man nicht merkt, dass Allah näher zu einem ist, als die eigene Halsschlagader?

„Sie haben Allah vergessen, und so hat Er sie vergessen.“

Liebe Geschwister, die erste und wichtigste Sache welche uns zu Glück und zur inneren Ruhe führt, ist das aufrichtige Gebet.

Das Gebet ist ein Licht in unserem Tag und eine Freude für das Herz. Im Gebet gedenkt man Allah. Das Gebet ist die einzige Pflicht, die niemals entfällt. Das Gebet ist der Grundpfeiler der Religion. Wer das Gebet einhält der beschützt seinen Glauben und wer es nicht einhält zerstört seinen Glauben. So haltet eure Gebete ein und ihr werdet mit dem Besten belohnt und ihr erlangt die innere Ruhe.

Ein wichtiger Bestandteil des Glücks liegt auch darin, dass der Gläubige immer mit dem, was Allah ihm gibt zufrieden ist und sich niemals übermäßig beklagt. Falls ihn eine Prüfung trifft so sagt er: „Allah hat es so vorherbestimmt und tut das was Er will.“

Ein Gläubiger verspürt keinen Kummer über die Vergangenheit, schimpft nicht über die Gegenwart und fürchtet sich nicht vor der Zukunft sondern geht auf sie mit vollster Zuversicht zu.

Um den Glauben zu nähren, zu stärken bedarf es Ausdauer und Kraft. Wenn der Glaube unser Ziel ist, müssen wir bereit sein alles zu geben.

Wenn wir unsere Mütter lieben, versuchen wir ihnen die Wünsche von den Lippen zu lesen, ihnen das Leben einfach zu machen… Oder beschweren wir uns, wenn sie uns bitten?

Wie verhält es sich mit dir und deinem Herrn?

Allah sagt in Sure Alisra:

((Wer das Jenseits will und sich darum bemüht, wie es ihm zusteht, wobei er gläubig ist, – denen wird für ihr Bemühen gedankt. (19) Sie alle, diese und jene, unterstützen Wir mit etwas von der Gabe deines Herrn. Und die Gabe deines Herrn wird nicht verwehrt. (20) Schau, wie Wir die einen von ihnen vor den anderen auszeichnen; aber das Jenseits ist wahrlich größer an Rangstufen und größer an Auszeichnungen. (21)“))

Möge Allah uns zu den Ausdauernden gehören lassen, die sich im Gedenken an seine Gewaltigkeit an ihre Schwäche erinnern und bewusst ihr Leben verändern um Allah näher zu kommen.